Standards

  • Standard „Beobachtung und Dokumentation“

     

    Jede Erzieherin verfügt über einen Beobachtungsplan, um eine kontinuierliche und systematische Beobachtung der Bezugskinder zu gewährleisten.

    Als Basis für die Entwicklungsgespräche, die mindestens ein Mal im Jahr stattfinden, wird in Zusammenarbeit mit den Kindern für jeden Jungen und jedes Mädchen ein Portfolio geführt. Verantwortlich für die Führung des Portfolios und die Einhaltung der Standards ist die Bezugserzieherin/ der Bezugserzieher.

    Jeder Teamleiter hat die Pflicht, dies zu überprüfen und regelmäßig in den Teamsitzungen über den Stand der Umsetzung zu informieren. Auf der Grundlage von monatlich (aber mindestens 6x im Jahr und für Hortkinder mindestens 4x im Jahr) vorgenommenen strukturierten Beobachtungen (anhand von Beobachtungsbögen) wird das Portfolio erstellt. Die Beobachtungsbögen werden in jeder Mitgliedsorganisation einheitlich festgelegt. Beobachtungen werden nicht bewertend dokumentiert und in den Teamsitzungen reflektiert.

    Für Aufzeichnungen der pädagogischen Mitarbeiter, Protokolle und Beobachtungsbögen gibt es einen gesonderten Ordner. Für jede Erzieherin sind die technischen und räumlichen Voraussetzungen für die Dokumentation verfügbar. Die Portfolios sind so aufzustellen, dass sie für die Kinder und Eltern jederzeit einsehbar und nutzbar sind.



    Inhalte des Portfolios sind:

    • Deckblatt als 1. Seite mit
      • dem Trägerlogo in Originalfarbe,
      • dem Namen der Kita,
      • dem Bild des Kindes,
      • dem Namen des Kindes und
      • dem Tag der Aufnahme in die Kita.
    • ein Brief der Eltern an das Kind (freiwillig, mit ihrer Sicht auf das Kind und seine Stärken), maximal 1 Seite
    • Eingewöhnung des Kindes, Text und 1 Bild, maximal 1 Seite
    • Zuarbeiten von Eltern
    • Geburtstage des Kindes mit Bild und Text, jeweils maximal 2 Seiten (links und rechts)
    • Kunstwerke (nicht beschreiben oder lochen; in einer Folie ablegen), große Kunstwerke fotografieren
    • Übergänge (z.B. Eingewöhnung; von der Krippe zum Kindergarten; vom Kindergarten in die Schule und in den Hort; Wechsel der Bezugserzieherin/ des Bezugserziehers; Wechsel der Gruppe; Umzüge)
    • letzte Seite – Abschlussbrief der Erzieherin/ des Erziehers an das Kind (möglichst handschriftlich)
    • DVD als Anhang, wenn vorhanden
    • Beschreibung der Entwicklungsschritte
    • Entwicklungsgeschichten: jährliche Beschreibung der  Kompetenzen und Stärken des Kindes z.B. in Form einer Geschichte (1x jährlich)
    • illustrierende Bildungs- und Lerngeschichten: Beschreibungen der Mädchen und Jungen als aktiv Lernende
    • Erste-Mal-Erlebnisse

     

    Für die Gestaltung des Portfolios gelten folgende Grundsätze:

    • Es wird chronologisch geführt.
    • Der Ordnerrücken wird mit Namen des Kindes versehen, weitere Gestaltungen legen die Mitgliedsorganisationen fest.
    • Es wird alles mit PC geschrieben (ab 01.09.2009).
    • Blätter in Folien abheften (Blätter einseitig beschreiben und Rücken an Rücken in die Folie stecken).
    • Schriftart: Tahoma.
    • Jeder Text wird mit Datum und dem Namen des Erziehers / der Erzieherin versehen

     

    Beim Verlassen der Einrichtung geht das Portfolio in das Eigentum des Kindes über.
     
    (Beschluss GFK FV am 30.05.2012, aktualisiert 05.06.2013)

  • Standard „Eingewöhnung“

     

    Jede Fachkraft verfügt über ein anwendungsbereites Wissen zur Bindungstheorie und wendet diese Grundlagen für Bildung und Entwicklung der Mädchen und Jungen an.

    Die Einrichtungen arbeiten mit folgender Literatur:

    • Hans-Joachim Laewen „Die ersten Tage – Ein Modell zur Eingewöhnung in Krippe und Tagespflege“
    • Hans-Joachim Laewen „Ohne Eltern geht es nicht“
    • Klaus E. Grossmann & Katrin Grossmann „Bindung und Bildung – Über das Zusammenspiel von Psychischer Sicherheit und kulturellem Lernen“.

     

    In Teamberatungen wird die Kenntnis und Anwendung der Bindungstheorie durch Schlüsselszenen regelmäßig reflektiert.

    Jede Region verfügt (zum 1.9.2009) über ein schriftliches Konzept zur Eingewöhnung und Transitionen. Die Grundlage der Konzepte ist das Infans-Modell.Das Konzept für die Eingewöhnung von 0-6 jährigen hat mindestens folgenden Inhalt:

    • Die Eltern und Familien als wichtigste Bindungspersonen der Mädchen und Jungen werden vor der Eingewöhnung im Aufnahmegespräch*) über den zeitlichen und inhaltlichen Ablauf informiert. Dazu verfügt jede Region über einen Leitfaden für dieses Gespräch mit den Eltern, welches die Bezugserzieherin durchführt.
    • Eine Beschreibung der durch eine Bindungsperson begleiteten vier Eingewöhnungsphasen auf Grundlage des nachfolgenden Schaubildes. Die Eingewöhnung dauert mindestens zwei in der Regel bis vier Wochen und wird individuell mit den Eltern nach den Bedürfnissen des Kindes abgestimmt.
    • Wir werben dafür, dass eine Bindungsperson die Eingewöhnung bis zu 4 Wochen begleitet.
    • Aussagen zu den folgenden Rahmenbedingungen:
    • Personal: Eine feste Bezugserzieherin und maximal zwei Vertretungserzieherinnen.
    • Dienstplan: Personaleinsatz der Bezugserzieherin und Vertretung in der Phase der Eingewöhnung, Anwesenheitszeit des einzugewöhnenden Kindes, Zeiten für Aufnahme- und Reflexionsgespräche mit den Eltern
    • Räume: Bereich, in welchem das Kind auch später betreut wird
    • Rituale: Beschreibung von wiederkehrenden, den Mädchen und Jungen Sicherheit gebenden Interaktionen
    • Organisatorisch: Vorbereitung aller für den Tagesablauf notwendigen Voraussetzungen
    • Es werden Festlegungen für eine transparente Kommunikation, Information und Beratung von Eltern beschrieben.
    • Ein Reflexionsgespräch, das spätestens 4 Wochen nach Abschluss der Eingewöhnung stattfindet.

     

    Für die Horte liegt ein spezielles Konzept zur Eingewöhnung vor. In diesem Konzept sind mindestens enthalten:

    • Festlegung zum Bezugserzieher/zur Bezugserzieherin
    • Elternbrief
    • Reflexionsgespräche

     

    Jede Region verfügt über einen Elternbrief, der die Grundzüge des Eingewöhnungskonzeptes beschreibt. Dieser wird den Eltern beim  Aufnahmegespräch*) mit der Bezugserzieherin übergeben.

    Der Erfolg der Eingewöhnung wird reflektiert an der

    • Akzeptanz der Erzieherin als sichere Basis – das Kind lässt sich trösten,
    • Rückmeldung der Familie über ihr und das „Angekommen-Sein“ ihres Kindes in der Einrichtung.

     

  • Standard „Orte für Kinder“

     

    In jeder Mitgliedsorganisation verfügen die einzelnen Einrichtungen bis Ende 2014 über ein schriftliches Konzept „Orte für Kinder“, das die

    • Räume der Kindertageseinrichtung und
    • die Umgebung einbezieht

     

    und damit die pädagogische Konzeption der Einrichtung unter Berücksichtigung aller Bildungsbereiche unterstützt.

    Räume werden den wechselnden Bedürfnissen der Jungen und Mädchen gerecht, indem Materialien und Ausstattungselemente überwiegend flexibel und mobil sind.

    (Stand 30.05.2012)

  • Standard „Erziehungspartnerschaft“

     

    Erziehungspartnerschaft heißt für uns die Kooperation von Fachkräften und Eltern auf Augenhöhe und die gemeinsame Wahrnehmung der Aufgabe, die Entwicklungsbedingungen der Mädchen und Jungen bestmöglich zu gestalten. Die Familien und Fachkräfte respektieren sich als Experten: Eltern ihre Kinder und Erzieher für die frühkindliche Bildung in Kindertageseinrichtungen.

    • Das Leitbild, die pädagogischen Leitsätze und die pädagogischen Standards von Independent Living sind den Eltern in der Einrichtung und im Internet zugänglich.
    • Ausgangspunkt für eine gelingende Erziehungspartnerschaft ist, dass die Bezugserzieherin bestmöglich über die Lebenssituation der Familien informiert ist. Dazu benutzen wir Instrumente wie z.B. Sozialraumanalyse, Beratungsgespräche, Familienbildungsangebote und Hausbesuche.
    • Die Leiterin/Teamleiterin informiert im Erstgespräch über die Einrichtung, die gesetzlichen Mitbestimmungsformen von Eltern in Kindertagestätten und wirbt um die aktive Nutzung dieser Möglichkeiten. Im Erstgespräch werden Informationsmaterialien übergeben. Dazu gehören mindestens die Zusammenfassung der Einrichtungskonzeption und Mitbestimmungsmöglichkeiten für die Eltern. Das Konzept liegt in der Einrichtung aus und steht auf der Internetseite zur Verfügung. Hier ist u.a. das Beschwerdemanagementkonzept enthalten. Das Erstgespräch beinhaltet die Vorstellung der Bezugserzieherin.
    • Mindestens 1x im Jahr führt der Bezugserzieher gemeinsam mit den Eltern Entwicklungsgespräche durch. Die Gesprächstermine werden zwischen der Bezugserzieherin und den Eltern im September für das ganze Kita-Jahr geplant. Ziele des Entwicklungsgespräches sind:
      • sich im Dialog über die Stärken und den Entwicklungsstand des Kindes auszutauschen,
      • über die aktuellen Rahmenbedingungen für die weitere Entwicklung des Kindes in der Kita und zu Hause zu beraten.
    • Das Ergebnis des Gespräches wird in Form eines Ergebnisprotokolls festgehalten und den Eltern in Kopie zur Verfügung gestellt (Das Protokoll enthält mindestens Tag, Ort, Teilnehmer, Ergebnis des Gespräches. Es ist von den Teilnehmern möglichst gegenzuzeichnen.). Die Erzieherin sorgt für die organisatorische und inhaltliche Vorbereitung.
    • Elternabende werden mindestens 2x jährlich angeboten. Bei der inhaltlichen Gestaltung der Veranstaltungen werden Themen der Eltern berücksichtigt.
    • Um den Kommunikations- und Informationsfluss zu gewährleisten, sorgen die Teamleiter für Aushänge über:
      • feste Ansprechpartner (Bezugserzieher/-innen, Teamleitung, Leitung),
      • An- und Abwesenheitszeiten der Erzieher,
      • Veränderungen in den Bereichen (Übergänge von Kindern),
      • pädagogische Projekte, Termine, Aktivitäten,
      • Besonderheiten (z.B. neue Mitarbeiter, Praktikanten, meldepflichtige Krankheiten).
    • Jede Mitgliedsorganisation besitzt ein Konzept für Beschwerdemanagement, das für die Eltern transparent ist und folgendes regelt:
      • Die Eltern wissen, wohin sie sich bei Anregungen und Beschwerden wenden können.
      • Wir garantieren, dass die Eltern zeitnah eine Rückmeldung auf ihre Beschwerde erhalten.
      • Beschwerden werden schriftlich dokumentiert und im Team transparent gemacht, wie damit umgegangen wird.

     

    Gemeinsame Vereinbarungen mit den Eltern werden schriftlich festgehalten.
    (Stand 25.06.2009)

  • Standard „Kinderschutz“

     

    • Jede Mitgliedsorganisation hat in ihren Einrichtungen einen Verfahrensweg, für Fälle von Kindeswohlgefährdung.
    • Jeder Mitarbeiterin/ jedem Mitarbeiter ist dieser Verfahrensweg bekannt und sie/ er ist verpflichtet, danach zu handeln.
    • Jede Mitgliedsorganisation organisiert regelmäßig, mindestens alle zwei Jahre eine Qualifizierung zum Thema
    • Kindeswohlgefährdung für alle pädagogischen Fachkräfte.
    • Jede Einrichtung verfügt spätestens ab 01.12.2018 über eine Kinderschutz-Multiplikatorin/ einen Kinderschutz-Multiplikatoroder eine Fachkraft mit ähnlicher Qualifizierung.


    (Stand 11.11.2015)